
Spin-off
Multi-Material Welding
Leichtbaumaterialien befestigen, ohne ein Loch hineinzubohren
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Autos, Flugzeuge und Züge wurden leichter, indem Metall durch Schäume, Waben und thermoplastische Verbundwerkstoffe ersetzt wurde - und dann fehlte das Mittel, sie zu befestigen. Eine Schraube zerquetscht einen Schaumkern. Ein Niet braucht ein gebohrtes Loch, und Bohren erzeugt Späne und einen mehrstufigen Prozess. Ein Klebstoff braucht Aushärtezeit und lässt sich für Reparatur oder Recycling nicht mehr trennen. Schlimmer noch: Jedes zusätzliche Metallteil macht aus einem sortenreinen Bauteil ein Materialgemisch, das sich nicht sauber recyceln lässt.
Lösung
Die Antwort lag bereits in Biel. WoodWelding - die Creaholic-Erfindung, die einen thermoplastischen Stift per Ultraschall für Sekundenbruchteile verflüssigt und so in porösem Material verankert - funktioniert auch dann, wenn das poröse Material kein Holz ist. MultiMaterial-Welding wurde 2015 gegründet, um dieses Patent zu lizenzieren und dorthin zu bringen, wo Creaholic es nicht hingebracht hatte: Schaumkerne, Wabensandwichplatten und Verbundwerkstoffe, in den Stückzahlen der Automobilindustrie. Das Element wird aufgesetzt, der Ultraschall schmilzt es genau dort, wo es berührt, es fliesst in die Struktur des Materials und erstarrt. Kein vorgebohrtes Loch, kein Klebstoff, rund eine Sekunde pro Verbindung.
Ergebnis
Aus dem Lizenzgeber wurde ein Produktentwickler: Heute liefert das Unternehmen eine Familie von fünf Elementen - LiteWWeight® Pin, Double Pin, Lotus und zEPP sowie den InWWerse® Fastener - in Automobil, Luftfahrt, Bahn und HLK. Bossard beteiligte sich 2020 mit 40 Prozent, neben der deutschen SKion; damit ist das Unternehmen ein Joint Venture der beiden. Die Verbindungselemente stecken unter anderem in Bauteilen von Volkswagen, BMW, Ford, Jeep, Stellantis, RAM und Safran; eine Qualitätssicherung mit maschinellem Lernen prüft jedes gefertigte Teil statt einer Stichprobe. Das doppelte W in den Produktnamen ist kein Tippfehler - es verweist auf die Herkunft der Technologie.
Auf einen Blick
- Gegründet
- 2015 · Biel - auf dem Patent von WoodWelding, selbst ein Creaholic-Spin-off
- Herkunft
- Lizenzierte WoodWelding®-Technologie, erweitert auf Schäume, Waben und Verbundwerkstoffe
- Eigentümer
- Joint Venture: Bossard Group (40 %, seit 2020) und SKion GmbH
- Bekannte Anwender
- Volkswagen · BMW · Ford · Jeep · Stellantis · Safran
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