Hintergrund
Creaholic ist ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz; ein grosser Teil unseres Teams verbringt seine Freizeit in den Bergen. Eine Tatsache, die die meisten Bergfreunde recht schnell entdecken, ist, wie nass man im Bergnebel werden kann. Diese Erkenntnis, verbunden mit ein wenig Nachdenken, führte uns zu folgender Überlegung: Ist es möglich, in einem Nebel zu duschen – und wenn ja, kann das Prinzip verwendet werden, um Wasser zu sparen?
Unsere erste Herausforderung war es, Nebel zu erzeugen. Nach viel Recherche zur Herstellung von Mikrotröpfchen begann unser Team mit der gleichen Technologie zu arbeiten, die auch in Verbrennungsmotoren verwendet wird, nämlich mit Prallstrahldüsen. Wenn zwei Hochgeschwindigkeits-Flüssigkeitsstrahlen aufeinandertreffen, wird die Flüssigkeit in feine Tröpfchen zerstäubt, deren Grösse durch die Düsengeometrie und die Geschwindigkeit der Flüssigkeit fein abgestimmt werden kann.
Jetzt hatten wir zwar einen interessanten technologischen Ansatz, waren aber immer noch weit davon entfernt zu wissen, ob es möglich ist, in einem Nebel zu duschen. Wir mussten herausfinden, ob wir mit der Technologie ein realisierbares und wünschenswertes Benutzererlebnis schaffen und gleichzeitig die strengen Sicherheitsanforderungen der Sanitärwelt erfüllen können.

Entwicklung
Also stürzten wir uns in unseren Keller und bauten den Prototyp einer Dusche in Originalgrösse. Wir nutzten diesen, um technische Aspekte wie Temperaturgradienten und Wasser-/Stromeffizienz sowie sensorische Faktoren wie die Geräuschkulisse und das Gefühl auf der Haut zu testen. Parallel dazu führten wir weitere Forschungen und Experimente durch, um die Sicherheit des Produkts zu gewährleisten, und untersuchten Details wie die Tröpfchengrösse, um allfällige gesundheitsschädigende Wirkungen auszuschliessen.
Basierend auf den oben genannten Ergebnissen haben wir uns zum Ziel gesetzt, mit nur 2 Litern Wasser pro Minute ein praktikables und angenehmes Duscherlebnis zu kreieren. Das war etwa dreimal weniger als die besten Öko-Duschen zu dieser Zeit und etwa zehnmal weniger als ein normales Schweizer Duschsystem.
Mit diesem Vorschlag und unserem Machbarkeitsnachweis haben wir uns mit einem Entwicklungspartner aus dem B2C-Sanitärbereich zusammengetan. Als wir jedoch begannen, mit potenziellen Kunden zu sprechen, merkten wir schnell, dass die Installation eine grössere Hürde darstellte als erwartet, und wir erhielten leider nicht den nötigen Zulauf, um weiterzumachen. Es war jedoch noch nicht alles verloren. Zurück am Reissbrett erkannten wir, dass die Technologie im B2B-Bereich nach wie vor Potenzial hat.
Aktueller Status
Die Prallstrahltechnologie, die wir entwickelt hatten, um den Nebel zu erzeugen, war auch ideal für das Einmischen von Zusätzen wie Seife. Dies war der Beginn unseres Dialogs und unserer Zusammenarbeit mit L’Oréal. Indem Shampoo direkt in den Wasserstrahl gemischt wird, kann sowohl das Wasser- als auch das Shampoovolumen stark reduziert werden, ohne die Funktionalität und die Ergebnisse zu beeinträchtigen.
Gjosa, bis 2024 ein Spin-off von Creaholic, und L’Oréal haben diese Innovation 2021 auf der CES (Consumer Electronics Show) in Las Vegas unter grossem Interesse vorgestellt. Sie wurde vom TIME-Magazin zu einer der Top-Erfindungen des Jahres 2021 gewählt und auf der CES 2022 mit einem Honoree-Award ausgezeichnet.
Auszeichnungen sind natürlich eine wunderbare Anerkennung, aber wir sind noch stolzer auf die Ressourcen, die das Produkt einsparen kann, ohne Kompromisse bei Qualität oder Erfahrung einzugehen. Freuen Sie sich auf neue Entwicklungen – wir bleiben dran!
Weitere Informationen finden Sie auf der Gjosa-Website.

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