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5. August 2020Product DevelopmentStrategy

Patente: Ein wichtiger Schritt in der Innovation, der oft vergessen geht

Übersehen Sie einen wichtigen Aspekt, bevor Sie innovativ werden? Finden Sie heraus, wie die Patentrecherche Ihre Innovationsstrategie voranbringt.

Zwei Schritte, die in der frühen Innovationsphase oft übersprungen werden, sind die Patentrecherche und das Entwickeln einer Patentstrategie. Eine neue Technologie zu entwickeln, ohne zu recherchieren, welche Patente bereits existieren, entpuppt sich vielfach als Zeitverschwendung.

Dieser Mangel an Wissen kann Innovationsprojekte ausbremsen, obwohl bereits Zeit und Geld investiert wurde. Auf der anderen Seite ermöglichen Patente einem Unternehmen neue und nachhaltige Geschäftsfelder zu besetzen da die zugrundeliegende Technologie bis zu 20 Jahre lang exklusiv genutzt werden kann.

Wenn die patentierte Technologie ständig neu bewertet und weiterentwickelt wird, kann die exklusive Nutzung auch über die 20 Jahre hinaus gehen.

Innovationsstrategie und Patentstrategie – ein Vergleich

Ein Patent ist mehr als die Sicherung geistigen Eigentums für die nächsten 20 Jahre. Patente sollten Teil einer Gesamtstrategie sein – nicht etwas, das man einfach auf einer To-do-Liste abhakt. Mit einer breit angelegten Perspektive kann ein F&E-Team seine Innovationsstrategie stärken, indem es das Potenzial eines Patents erforscht und entsprechend innoviert. Der Schlüssel liegt darin, künftige Trends zu berücksichtigen und die Erfindung proaktiv im Einklang mit dem technologischen Fortschritt und der Märkte zu schützen.

Der Start eines jeden Patentportfolios ist die Entwicklung einer zielgerichteten Patentstrategie. Eine solide Patentstrategie beinhaltet auch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den bereits bestehenden Patenten. Unser VRP Mars Aeschlimann rät eine Patentstrategie alle 9-12 Monate zu überprüfen und an sich wandelnde Trends, Chancen und neue Entwicklungen anzupassen. Er rät Unternehmen sogar, bis zu 5 % ihres F&E-Budgets für den Aufbau und die Pflege eines aktiven Patentportfolios einzusetzen.

Ein Überblick über das Patentanmeldeverfahren

Das Anmeldeverfahren eines Patents für eine Innovation kann drei bis fünf Jahre dauern und die Erfindung muss drei Voraussetzungen erfüllen:

  1. Neuheit: Die Idee muss neu sein. Wenn Sie die Technologie oder Innovation bereits verkaufen, sie öffentlich zugänglich ist, Sie sie auf einer Messe vorgestellt haben oder wenn eine identische Alternative auf dem Markt bereits existiert, gilt sie nicht als Neuheit.

  2. Erfinderische Tätigkeit: Wird eine Innovation als Neuheit angesehen, stellt sich die Frage, ob eine erfinderische Tätigkeit vorliegt. Das Produkt oder Verfahren muss eine nicht naheliegende Lösung beinhalten.

  3. Gewerbliche Anwendbarkeit: Die Innovation muss in jeglicher Branche hergestellt oder verwendet werden können.

18 Monate nach Einreichung der Anmeldung wird die Erfindung in Patentdatenbanken veröffentlicht. Auf Antrag des Unternehmens kann die Prüfungsfrist zweieinhalb Jahre nach Einreichung der Anmeldung beginnen. In dieser Phase erhält das Innovationsteam Prüfungsergebnisse vom Patentamt des Landes, in dem das Patent angemeldet wurde. Das Team muss dann auf die Fragen, Bemerkungen, Einwände oder Zurückweisungswarnungen des Prüfers reagieren. Wenn keine weiteren Erkenntnisse vorliegen, die einer Patenterteilung entgegenstehen, ist die Prüfung abgeschlossen.

Warum eine digitale Patentdatenbank wichtig ist

Zu wissen, was nicht in der Datenbank aufgelistet ist, kann zu neuen Ideen inspirieren – zu wissen, was in der Datenbank aufgelistet ist, kann ebenso wertvoll sein.

Die Recherche nach Patenten und dem bereits Bestehendem ist dank der Digitalisierung heute schneller und effizienter möglich als in der Vergangenheit. Um den Vorteil einer digitalen Datenbank zu verdeutlichen, plaudert Mars aus dem Nähkästchen: Als die Welt noch analog war, hatten er und Elmar Mock eine Idee für ein neues Kondomdesign.

Sie arbeiteten mehrere Wochen an ihrem Projekt, bis sie herausfanden, dass genau dasselbe Design bereits patentiert, aber nie auf den Markt gebracht worden war. Wäre ihnen die Idee heute gekommen, hätten sie ein Online-Tool nutzen können, mit dem sie schnell herausgefunden hätten, dass es sich nicht lohnt, Energie in das Design zu stecken.

Ausserdem hätten die Informationen einen kreativen Anstoss geben können, eine neue Lösung zu finden – oder eine Idee, wie das Kondomdesign ein anderes technisches Problem lösen könnte ... 🤔

Fallstudie: Von der Küche ins Bad

Smixin ist ein einzigartiges Handwaschsystem, das dank einer patentierten Technologie Wasser, Seife – und Geld – spart. Durch das Mischen der optimalen Menge an Seife, Luft und Wasser reinigen die Smixin-Armaturen die Hände effektiv, während der Wasserverbrauch im Vergleich zur herkömmlichen Handwaschmethode um 90% reduziert wird.

Ursprünglich wurde diese Mischtechnologie zusammen mit einem grossen Konsumgüterunternehmen für einen ganz anderen Zweck entwickelt: Lebensmittel und Getränke. Der Patentantrag enthielt jedoch auch ein Beispiel dafür, wie die Technologie mit Seife eingesetzt werden könnte.

Das ursprüngliche Smixin-Team – eine Gruppe von Creaholicern – sah eine Gelegenheit für ein Intrapreneurship-Projekt. Creaholic erhielt von dem Unternehmen die Genehmigung, die Idee zu einem System für ökologisches und hygienisches Händewaschen weiterzuentwickeln.

Smixin hat die Technologie für diesen Bereich patentiert und ist nun ein Spin-off von Creaholic. Heute werden Smixin-Armaturen weltweit von Kunden wie der Weltgesundheitsorganisation, McDonald's, dem Ritz-Carlton und Genting Cruise Lines verwendet.

Die Lektion, die man daraus lernen kann: Wenn man eine neue Technologie erfindet, sollte man das Patentverfahren nicht vergessen – selbst im frühen Stadium der Innovation. Man sollte mit Menschen zusammenarbeiten, die einem dabei helfen können, herauszufinden, wofür die Erfindung sonst noch verwendet werden kann – und dieses Ergebnis auch patentieren.

Experten in Patentrecherchen und der Anmeldung von geistigem Eigentum

Creaholic hat sich bei Patenten darauf spezialisiert, neue Wege in der Innovation zu finden. Wir haben dies nicht nur im Rahmen unseres eigenen Intrapreneurship-Verfahrens für Innovationen wie Arboloom und Joulia getan, sondern auch für Hunderte von Erfindungen und Projekten in den letzten 30+ Jahren. Creaholic hat sich über 260+ Patentfamilien gesichert.

Im Vergleich zu einem Patentanwalt kann unser Team die Verbindung zwischen Patenten und Innovation schneller herstellen. Wir können die Patentsprache so übersetzen, dass sie leichter zu verstehen ist und wir können eine Strategie mit einer ganzheitlicheren Perspektive entwickeln. Creaholic kann auch mit Patentanwälten zusammenarbeiten, um das Verfahren zu erleichtern und die Patentanmeldung zu prüfen. Darüber hinaus können wir eine Erfindung durchleuchten, um sie entweder zu untermauern oder zu erweitern und neue Wachstumsbereiche zu erschliessen.

Zusätzlich durchkämmt Creaholic zu Beginn eines Innovationsprojekts die Landschaft der geistigen Eigentumsrechte nach Lösungen oder Technologien in einem spezifischen Feld. Dies bereichert den Innovationsprozess mit neuen Erkenntnissen und langfristigen Vorteilen für unsere Kund:innen.

Was erfinden Sie?

Egal, ob Sie eine Idee für ein neues Geschäftsfeld, ein neue Produkt oder eine bestehende Technologie patentieren lassen möchten, Creaholic hilft Ihnen dabei.

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