Nebel in den Bergen
Viele bei Creaholic verbringen ihre Freizeit in den Bergen. Sie wissen, wie schnell einen Bergnebel nass macht. Also stellten sie eine Frage. Kann eine Dusche wie Nebel funktionieren und weniger Wasser verbrauchen?
Nebel braucht sehr kleine Tropfen. Das Team nutzte eine Methode, die von Verbrennungsmotoren bekannt ist: Prallstrahlen (Impinging Jets). Zwei Wasserstrahlen treffen mit hoher Geschwindigkeit aufeinander. Das Wasser zerfällt in feine Tröpfchen. Die Form der Düse und die Geschwindigkeit des Wassers bestimmen die Grösse der Tropfen. So beschreibt Creaholic die eigene Arbeit.
Ein Keller und ein Ziel
Das Team baute einen Dusch-Prototyp in Originalgrösse in einem Keller. Getestet wurden Wasserverbrauch, Stromverbrauch, Hautgefühl und Geräusch. Parallel dazu liefen Experimente zur Tröpfchengrösse, um gesundheitliche Risiken auszuschliessen.
Dann setzte sich das Team ein Ziel für diesen ersten Prototyp: eine gute Dusche mit 2 Litern Wasser pro Minute. Laut Creaholic ist das etwa dreimal weniger als bei den besten Öko-Duschen von damals und etwa zehnmal weniger als bei einer Standard-Duschanlage in der Schweiz. Das ist ein Ziel für den Prototyp, kein Ergebnis aus dem Salon.

Der erste Markt sagte Nein
Creaholic tat sich mit einem Entwicklungspartner aus dem Sanitärbereich für Privathaushalte zusammen. Dann sprach das Team mit möglichen Kunden. Die Installation war eine grössere Hürde als erwartet. Das Projekt gewann nicht die nötige Dynamik.
Das Team ging zurück ans Reissbrett. Es erkannte, dass die Technologie in B2B-Märkten weiterhin eine Chance hatte.
Die Wende kam durch einen Nebeneffekt. Dieselben Strahlen konnten Seife in den Wasserstrahl einmischen. Laut Creaholic spart das Wasser und Shampoo, ohne das Ergebnis zu beeinträchtigen. Damit begannen die Gespräche mit L’Oréal.
Was die Käuferin kaufte
Im Januar 2024 gab L’Oréal bekannt, eine Vereinbarung zur Übernahme der verbleibenden Anteile an Gjosa unterzeichnet zu haben. Die Mitteilung nennt das Produkt: den L’Oréal Professionnel Water Saver, einen Duschkopf für Friseursalons.
L’Oréal gibt an, dass der Duschkopf den Wasserverbrauch um bis zu 69 % am Rückwaschbecken, dem Waschplatz der Coiffeuse und des Coiffeurs, senkt. Das ist die Zahl von L’Oréal für das Salonprodukt. L’Oréal sagt ausserdem, dass ihn seit 2023 mehr als 10 000 Salons in Europa und im Nahen Osten nutzen. Gemeldet werden mehr als 182 Millionen Liter eingespartes Wasser. L’Oréal vergleicht das mit 72 olympischen Schwimmbecken. Geplant sind in den kommenden Jahren mehr als 200 000 Salons weltweit. Ein Plan ist kein Ergebnis.
Amin Abdulla, Mitgründer von Gjosa, sagte in der Mitteilung: «L’Oréal war unser wichtigster Partner.»
Drei Meilensteine
2021. L’Oréal kündigte über seinen Venture-Fonds BOLD eine Minderheitsbeteiligung an Gjosa an. Das TIME Magazine zählte den L’Oréal Water Saver zu den 100 besten Erfindungen des Jahres 2021.
2023. Laut L’Oréal begann der Rollout in den Salons.
Januar 2024. L’Oréal gab bekannt, ganz Gjosa zu übernehmen.
Gjosa gehört zu den Unternehmen, die bei Creaholic ihren Anfang nahmen. Wir erfinden nicht nur für Kunden. Wir machen aus unserer eigenen Arbeit auch Unternehmen.
Ihr nächster Markt könnte ein anderer sein
Funktioniert Ihre Technologie in einem Markt und scheitert in einem anderen? Genau dort begann Gjosa. Erzählen Sie uns, was Sie haben.










